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Kleinformate

Torbogen mit Gartenblick

  • Hendrick van Steenwyck d. J. (ca. 1580-1649)
  • 1635
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 11,0 cm; B.: 8,3 cm; T.: 0,45 cm
  • hmf.Pr593
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Das hochrechteckige Bildformat wird nahezu gänzlich von dem Blick durch einen runden Torbogen ausgefüllt. Die rahmende Architektur im Renaissancestil gibt nur wenig Details eines Innenraumes preis: Rechts erahnen wir eine rechteckige Türöffnung mit einem darüber liegenden Fenster, links öffnet sich ein weiterer Rundbogen, durch den Licht einfällt. Links sitzt ein vornehm gekleideter junger Mann und spielt eine Laute. Im Außenbereich wird eine Öffnung von Postamenten mit bekrönenden Obelisken eingefasst. Der symmetrisch angelegte Garten wird nach hinten von einem Laubengang abgeschlossen.  Ein hoher Bogendurchgang, der das Motiv des steinernen Torbogens vorn aufnimmt, gibt wiederum den Blick auf den reich verzierten Mittelrisalit einer Renaissancevilla frei.

Pr593 gehört zu der innerhalb des Oeuvres von Hendrick Steenwyck d. J. überaus großen Gruppe der Renaissance-Palastarchitekturen. Dieses Sujet hatte schon Hendrick d. Ä. in Anlehnung an die Arbeiten seines Lehrers Hans Vredeman de Vries (1527–1609) aufgenommen. Bei Hendrick d. J. wandeln sich die ehemals sehr phantastischen und letztendlich unglaubwürdigen Höfe und Plätze in moderatere, baubare Architektur. Entgegen den üblicherweise weiten Anlagen zeigt Pr593 eine Minimierung und wirkt wie ein Ausschnitt aus den Gebäudelandschaften. Diese Fokussierung und Konzentration wandte Steenwyck d. J. auch bei anderen Darstellungsgegenständen an, etwa bei Kirchen- und Kapelleneingängen oder bei nächtlichen Kerker- bzw. Tempeldarstellungen. Typisch für Stennwyck d. J. ist die dezente Farbigkeit, die sich ganz auf die Architektur und den Landschaftsausblick konzentriert. Nicht einmal der Lautenspieler setzt buntfarbige Akzente.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)