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Kleinformate

Landschaft mit Bauernhäusern

  • Johann Philipp Ulbricht
  • 1803
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 11,3 cm; B.: 15,9 cm; T.: 0,1 cm
  • hmf.Pr435
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden Bildchen zeigen zwei Landschaften nach der Phantasie. In Pr435 führt ein Weg von links vorne nach rechts in den Hintergrund, wo ein Kirchturm zwischen Bäumen sowie dunstige Hügelketten zu erkennen sind. Links des Weges liegen zwei Häuser, deren Bewohner sich jeweils bei der Haustür tummeln. Rechts weiden drei Schafe auf einem kleinen Rasenstück. Ein zwischen den Häusern aufgepflanzter Maibaum bezeugt die lokalen Feste und Traditionen. Das Pendant Pr436 zeigt in gegenläufiger Komposition einen Fluss, der in die Tiefe und zu einer entfernten Ansiedlung mit Kirchturm links führt. Rechts erkennt man ein einzelnes bäuerliches Anwesen vor hohen Bäumen. Ein aus der Hand trinkender Junge mit Hund am Fluss sowie ein dahinter am Ufer sitzender Angler und eine Frau beleben die Darstellung.

Ulbricht knüpft in beiden Kleinformaten mit dem Sujet, der Komposition und dem Kolorit an ältere niederländische Vorbilder sowie an die Frankfurter Landschaftsmalerei seiner Zeit an. Maßgeblich erscheinen hierbei die Fluss- und Waldlandschaften der Haarlemer Malerschule. Für Pr436 lässt sich eine direkte Vorlage benennen: Die Komposition der Landschaft und das malerische Gehöft folgen weitgehend einer 1802 datierten „Flusslandschaft“, die Peter Keßler (1771–1845) bei Erhalt des Frankfurter Bürgerrechts bestimmungsgemäß als sein „Probestück“ abgab.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)