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Kleinformate

Die Wasserfälle von Tivoli

  • Carl Morgenstern
  • 1838
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 17,5 cm; B.: 15,9 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr525
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Mit den Wasserfällen bei Tivoli stellt Carl Morgenstern eines der populärsten Landschaftsmotive aus Italien dar. Er schildert, wie der Fluss Aniene nordöstlich der Stadt zwischen fast senkrechten Felswänden in ein enges Tal stürzt. Man erkennt links die hohe, von einer Bogenbrücke überspannte Cascate Grande, und links die Cascate di Bernini. Das Wasser beider Kaskaden sammelt sich in einem Becken, strömt über große Felsen weiter nach unten und vereinigt sich im Tal wieder zu einem Fluss. Hoch über der rechten, pittoresk bewachsenen Felswand, steht auf einem hohen Sockel der berühmte Rundtempel. Das gegen Ende des 2. Jahrhunderts errichtete Gebäude diente im Mittelalter als Kirche, ebenso wie der Tempel gleich rechts daneben. Das Bildchen zeichnet sich durch ein besonders brillantes Kolorit aus, wie es typisch für Morgensterns südliche Motive ist.

Die Vorarbeiten zu Pr525 entstanden in Italien, wohin der junge Künstler nach seiner Studienzeit in München im Oktober 1834 gereist war und wo er sich ein Jahr aufhalten sollte. Von Rom aus bereiste er ab 1835 die Umgebung der Stadt und traf im Mai 1835 erstmals in Tivoli ein. Das für Prehn ausgeführte Motiv erscheint auch u. a. in einer großen Bleistiftzeichnung, die die Schluchtenlandschaft als panoramenhaftes Querformat wiedergibt. Auch eine kleinere, auf den Felsen mit den beiden Tempeln fokussierte Zeichnung sowie eine Ölstudie mit wesentlich engerem Landschaftsausschnitt widmen sich dem Motiv.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)