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Miniaturkabinett

21. Abteilung

Flusslandschaft mit Anlegestelle

  • Jan Brueghel d.Ä. (1568-1625)
  • um 1605
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 14,7 cm; B.: 17,5 cm; T.: 0,1 cm
  • hmf.Pr104
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

In nahezu quadratischem Format präsentiert das Landschaftsbildchen eine belebte Anlegestelle an einem Fluss. Die Komposition mit einem Blick von leicht erhöhtem Betrachterstandpunkt ist sehr ausgewogen: die linke Bildhälfte nimmt die Landzone ein, die rechte das Wasser. Im Vordergrund steht auf einer Landstraße eine Menschengruppe samt Hund; eine bäuerlich gekleidete Frau und ein Mädchen sind im Gespräch mit drei Männern in ländlicher Tracht. Auf dem Anleger und die ganze Landstraße hinunter sind noch zahlreiche Personen mit Körben, Bündeln und Säcken unterwegs. Auch die fünf Boote, die am Anleger festgemacht haben, sind Schauplatz verschiedener Tätigkeiten.

Im Œuvre Jan Brueghels d. Ä. nehmen die Flusslandschaften einen breiten Raum ein. Die wohl früheste Version, die ein bewaldetes und mit Häusern bestandenes Ufer samt Landesteg links einer Wasserfläche rechts gegenüberstellt, befindet sich heute im Rijksmuseum Amsterdam und stammt aus dem Jahr 1604.

Warum Passavant 1843 ein ursprüngliches Pendantpaar von Pieter Gysels auseinanderriss und dessen Weite Landschaft mit Reisenden zu Wagen und zu Pferde (Pr105) statt mit der zugehörigen Flussgegend mit einem Dorf (Pr661) mit der hier besprochenen Flusslandschaft mit Anlegestelle kombinierte, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)


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