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Kleinformate

Junger Mann mit einem Huhn

  • Johann Georg Trautmann
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 22,9 cm; B.: 17,6 cm; T.: 0,5 cm
  • hmf.Pr542
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

In einem Fenster mit korbbogenförmigem Abschluss erscheint ein junger Mann in halber Figur. Die leicht abgetragene Kleidung unterstreicht sein etwas derb-bäuerliches, im Grunde jedoch sympathisches Aussehen, das durch einen keck nach hinten gezogenen Hut abgerundet wird. Beide Arme vor der Brust verschränkt, hält er rechts einen Weidenkorb und links ein großes, weiß-braunes Huhn. Das Gemälde ist in feinmalerisch-glatter Malerei ausgeführt, und das von links oben einfallende Licht akzentuiert die Figur. Die charakteristische Gesichtsform und das brauntonig-gebrochene Kolorit lassen dabei an der Autorschaft Trautmanns keinen Zweifel.

Der Junge Mann mit einem Huhn unterscheidet sich jedoch durch seine Maltechnik, aber auch stilistisch und motivisch grundlegend von Trautmanns betont derben, in skizzenhafter Manier ausgeführten Bauernszenen. Der Frankfurter Maler ahmte mit dem Bild vielmehr Werke des sogenannten „Leidener Feinmaler“ nach, die bei Sammlern seiner Zeit ausgesprochen beliebt und gesucht waren. Hierbei bildet ein Fenster mit darin erscheinender Figur eine besonders signifikante Form, die von Künstlern wie Gerrit Dou (1613–1675) oder Frans van Mieris und deren Umkreis vielfach verwendet wurde. Dieses Kompositionsprinzip wurde auch von deutschen Malern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gerne übernommen, so von Johann Jakob Dorner dem Älteren in München,  Johann Andreas Herrlein in Fulda sowie Johann Christian Fiedler in Darmstadt.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)