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Kleinformate

Die Schneidmühle im Lorsbacher Tal

  • Friedrich Christian Reinermann
  • nach 1803/04
  • Ölhaltige Malerei auf Eisenblech, H.: 22,5 cm; B.: 16,9 cm; T.: 0,09 cm
  • hmf.Pr785
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die sommerliche Landschaftsdarstellung zeigt den Blick in ein Tal, das rechts von einer steilen Felswand begrenzt ist. Auf der linken Seite fließt ein Bach durch den Vordergrund, daneben verläuft ein breiter Weg, belebt von einer Ziege und einer Kuh, einem sitzenden Hirten sowie einer Lastenträgerin mit Kind. Im Mittelgrund erkennt man eine Mühle als zweigeschossigen Fachwerkbau mit Satteldach. Dahinter schweift der Blick zu einem bewaldeten Hügelrücken, dem weitere, im Dunst verbläute Höhen folgen. Bei dem Gebäude handelt es sich um die Schneidmühle im Tal des Schwarzbachs nahe Eppstein im Taunus. An gleicher Stelle bestand bereits im 16. Jahrhundert eine Lohmühle, die später als Pulvermühle genutzt wurde. Das dargestellte Mühlengebäude wurde 1803/04 als Schneid- oder Sägemühle errichtet und diente von etwa 1870 bis in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen als Getreidemühle; es wurde erst 1965 im Zuge einer Straßenverbreiterung abgebrochen.

Das Motiv aus dem Taunus ist dabei signifikant für Reinermanns Auseinandersetzung mit den heimischen Landschaften zwischen Main, Rhein, Lahn und Mosel: Das dargestellte Tal zwischen Eppstein und Lorsbach zog ab etwa 1800 entdeckungsfreudige Wanderer und Künstler, wie später auch Erholung suchende Tagestouristen in stets wachsender Zahl an.

(Gerhard Kölsch; Kurzfassung: Sina Bergmann)