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Kleinformate

Seelandschaft in den Bergen (Landschaft bei Biel)

  • Christian Georg Schütz der Ältere (1718-1791)
  • um 1780/81
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 17,5 cm; B.: 15 cm; T.: 0,9 cm
  • hmf.Pr529
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Beide Gemälde stellen in sommerlichem Licht liegende, stimmungsvolle Schweizer Landschaften dar. Pr529 zeigt eine idyllische Seenlandschaft, hinterfangen von der Kulisse schroffer, schneebedeckter Alpengipfel. Ein Zaun und die kleine Figur eines Bauern leiten zu den Feldern und der Wasserfläche im Mittelgrund über. Am Ufer stehen eine Kuh und weitere, winzige Figuren. Jenseits des Wasserarmes liegt offenbar eine Insel, üppig begrünt mit Büschen und Bäumen, zwischen denen ein kleines Haus hervorlugt.

Pr530 zeigt hingegen ein Gebirgstal und Bauernhäuser vor imposanter Gipfelkulisse. Es handelt sich um eine Darstellung aus der „erhabenen“ Bergwelt, wie sie in geradezu programmatischer Weise den zeitgenössischen Vorstellungen einer Schweizer Landschaft entsprach. Das alte und ein wenig pittoresk-verfallene Bauernhaus links, ein Hirte bei seinen Kühen, eine Frau beim Hühnerfüttern und ein Bauernpaar vor der Haustür künden vom urigen Leben der Bergbewohner.

Der zunächst vor allem für seine Rheinlandschaften bekannte ältere Schütz wandte sich erstmals Schweizer Motiven zu, als er 1761/62 nach Schaffhausen reiste und den Rheinfall in mindestens zwei Ansichten darstellte. Seine von einheimischen Malern begleitete Reise fällt in die Anfangszeit einer neuen Landschaftsmalerei in der Schweiz und markiert die künstlerische Entdeckung der Alpen als erhabenes Naturmotiv. Auch nach seiner Rückkehr nach Frankfurt befasste sich Schütz verschiedene Male mit dem Themenkreis, schuf weitere Fassungen seiner mitgebrachten Ansichten und verwendete Motive wie felsig-schroffe Gebirge und Wasserfälle später auch in freier Zusammenstellung zu idealen Phantasielandschaften.

(Gerhard Kölsch; Kurzfassung: Sina Bergmann)