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Kleinformate

Münster am Rheingrafenstein

  • Carl Morgenstern
  • 1831
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 14,5 cm; B.: 19,2 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr635
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Das Bildchen zeigt eine Ansicht des Ortes Münster am Rheingrafenstein (heute Bad Münster am Stein-Ebernburg). Das Flussufer im Vordergrund ist in der rechten Bildhälfte mit einer Mauer gefasst und ein sandiger Weg verläuft direkt nach vorne. Rechts außen führt ein Steg über einen Wassergraben oder einen Zufluss der Nahe. Dahinter sind ein kleines Haus und Anbauten aus Holz sowie ein größeres, angeschnittenes Fachwerkhaus sichtbar. Eine Frau mit Kind vor der Mauer sowie zwei Kühe und ein springender Hund beleben den Vordergrund. Über die Nahe schweift der Blick auf das Rheingrafengestein, welcher das Hauptaugenmerk der Komposition bildet. Morgenstern arbeitet seine markanten, heute durch dichten Bewuchs weniger gut sichtbaren Felsstrukturen sorgsam heraus und zeigt auch die Ruine der Burg Rheingrafenstein. Auf dem höchsten Felssporn gelegen, wurde deren Anlage wohl im 11. Jahrhundert errichtet und 1688 zerstört. Weiter rechts, hinter einigen hell beschienenen Bäumen, liegen die sanft ansteigenden Höhenzüge der sogenannten Spreit als topografisch genau geschildertes Hintergrundmotiv in leichtem Dunst.

Offensichtlich griff Morgenstern auf vor Ort ausgeführte, detaillierte Studien zurück. Er schuf nach diesen eine realitätsnahe Landschafsdarstellung, die er nur leicht nach der Landschaftsmalerei niederländischer Tradition überformte und dabei in eine aus gestaffelten Bildgründen aufgebaute Komposition transformierte.

(Gerhard Kölsch; Kurzfassung: Sina Bergmann