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Kleinformate

Kreuzigung

  • unbekannt, deutsch
  • 1532
  • Gold und Temperamalerei auf Pergament, auf Eiche maroufliert, H.: max. 27,2 cm; B.: max. 15,4 cm; T.: ca. 0,05 cm
  • hmf.Pr767
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Vor dem Goldgrund spannt sich fast über die gesamte Bildhöhe und –breite das hölzerne T-Kreuz mit dem angenagelten Leib Christi. Auf der schlicht durch ein grünes Wellenband angegebenen Bodenzone stehen links Maria mit weißem Kopftuch, rechts der junge Johannes in grünem Kleid und rotem Mantel. Die Muttergottes hat die Hände vor der Brust zusammengelegt, Johannes hält sie gefaltet vor dem Schoß, die Blicke beider gehen etwas ins Leere. Schädel und Knochen am Kreuzesfuß kennzeichnen Golgatha als die „Schädelstätte“ (Mk 15,22) und spielen überdies auf das Grab Adams an, über dem das Kreuz Christi errichtet worden sein soll. Die bauschigen, in ornamental-graphische Falten gelegten Gewänder geben den Figuren eine raumfüllende Monumentalität. Trotz der kompakten, stark auf Konturlinien setzenden Malerei und der schlichten Komposition wird nicht auf einige wenige liebevolle Details verzichtet, wie etwa die Knöpfe am Kragen von Johannes.

Die Darstellung von bescheidener Malerischer Qualität geht sicherlich auf zeitgenössische oder etwas frühere graphische Formulierungen der Kreuzigung zurück. Als Vorbild kommt besonders das 1511 datierte Blatt Christus am Kreuz von Albrecht Dürer aus der Kupferstichpassion in Betracht.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)