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Miniaturkabinett

20. Abteilung

Reiterschlacht

  • Karl Breydel (1678-1733) oder Umkreis
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 10,7 cm; B.: 13,5 cm; T.: 0,6 cm
  • hmf.Pr695
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden Reitergefechte sind als Pendants gleich gestaltet und nur in der Leserichtung des Betrachters gegensätzlich komponiert. Auf Pr695 begrenzen rechts einige Bäume das Bildfeld. Die Kampfrichtung verläuft über die Leichen eines Pferdes und eines Soldaten am unteren rechten Bildrand über einen am Boden liegenden Schimmel und einen rücklings liegenden Kämpfer zu dem sich aufbäumenden Pferd mit Reiter. Auf Pr696 stehen spiegelbildlich zwei sich umschlingende Bäume am linken Bildrand. Neben einem zusammengebrochenen Schimmel stürmt ein Soldat in rotem Rock auf einem grauen Pferd nach rechts in den Tiefenraum. Die Schlachten setzen sich jeweils in der weiten Ebene fort.

Die beiden Prehn’schen Bildchen fügen sich kompositorisch und von dem Tiefenaufbau nahtlos in die zahlreichen Reiterschlachten Karel Breydels ein. Es handelt sich jedoch nicht um den gern von ihm visualisierten Kampf gegen orientalische (d.h. türkische) Krieger, sondern offensichtlich treten zwei westeuropäische Armeen gegeneinander an. Einzelne Motive wie die beiden dürren, sich umwindenden Bäume oder die nebeneinander hersprengenden Reiter tauchen dabei regelmäßig auf. Besonders gern inszeniert Breydel als Blickfang den niedergebrochenen, den Kopf noch aufbäumenden Schimmel. Die etwas simple malerische Ausführung der Prehn’schen Bilder könnte Zweifel an der Eigenhändigkeit der Werke aufkommen lassen. Allerdings scheint das (kunsthistorisch so gut wie unbearbeitete) Werk Breydels, der sich zeitweilig auch in Frankfurt am Main aufhielt, insgesamt von heterogener Qualität zu sein.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)