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Miniaturkabinett

32. Abteilung

Ruinenlandschaft

  • Michael Schlier (1744-1807)
  • 1767 (?)
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 11,1 cm; B.: 15,1 cm; T.: 0,8 cm
  • hmf.Pr796
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Blickpunkt dieser Landschaft ist die Abfolge verfallener Architekturen auf der linken Seite des Bildes. Die im Vordergrund stehende, mit Relieffiguren geschmückte Vase in Form eines Kraters folgt offenbar dem Typus antiker Monumentalvasen. Auf ihrem Sockel sitzt ein junger Herr und schaut, wie die daneben stehende Dame, nach rechts zu einem nur schemenhaft erkennbaren weiteren Mann.
Die signierte und somit als Werk Michael Schliers gesicherte Ruinenlandschaft greift ein Bildthema auf, das zuvor bereits Christian Georg Schütz der Ältere (1718-1791) in der Frankfurter Malerei etabliert hatte. Komposition und Ausgestaltung verraten indes Schliers künstlerische Ausbildung durch Christian Stöcklin (1741-1795). Eine gute Vorstellung von Umfang, Art und Verbreitung des künstlerischen Schaffens Schliers lässt sich anhand einer Reihe in zeitgenössischen Auktionskatalogen und in den Auftragsbüchern der Familie Morgenstern erwähnter Arbeiten gewinnen. Zudem bieten seine bis heute auf dem Kunstmarkt angebotenen Gemälde weitere Vergleiche. Demnach machen Ruinenlandschaften bzw. Ruinencapricii nur einen kleinen Teil seines Werkes aus, das ansonsten vorrangig aus Kircheninterieurs, größtenteils nach der Phantasie besteht und somit dem Oeuvre seines Lehrers Christian Stöcklin erstaunlich nahe kommt.
(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)