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Miniaturkabinett

32. Abteilung

Bauern vor einem Wirtshaus

  • Tobias Gimbel, tradierte Zuschreibung
  • Ölhaltige Malerei auf Laubholz, H.: 8,4 cm; B.: 11,6 cm; T.: 0,8 cm
  • hmf.Pr698
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Gegenstand der Darstellung ist in beiden Fällen das fröhliche Treiben der Bauern bei einem Fest vor der Gastwirtschaft eines Dorfes. Ein großer Laubbaum ziert markant den Festplatz vor jedem Gasthaus. Auf Pr697 wächst er auf einer runden Erhöhung, die einem Liebespaar als Sitzbank dient. Es ruht möglicherweise vom Tanz aus, der vor ihnen zur Musik eines Geigers und eines Dudelsackspielers im vollen Gange ist: fünf Personen tanzen im offenen Kreis und ein Mann hebt seine Tanzpartnerin kraftvoll in die Höhe. Im Hintergrund an der Hausmauer wird um einen weiß gedeckten Tisch gegessen und getrunken. Im rechten Vordergrund ruht sich ein Paar mit seinen Trinkkrügen im Schatten eines strohgedeckten Schuppens aus. Auf Pr698 wird der Platz vor dem Gasthaus nach hinten und links von einem Holzzaun umschlossen. Ansonsten geht es hier etwas weniger wild zu: unter dem großen Baum im Hof ist ein Tisch aufgebaut, an dem Männer und Frauen schmausen.

Die in liebevoller Naivität und mit großen Mängeln in der perspektivischen Darstellung der Gebäude gemalten Bauernfeste sind recht genaue, lediglich in der Staffage veränderte Kopien nach Kompositionen von David Teniers II. Die beiden Prehn’schen Dorffeste belegen nicht nur die ungebrochen anhaltende Vorliebe für das niederländische Bauerngenre im 18. Jahrhundert, sondern sind derzeit auch die einzigen Belege für die Nutzung konkreter Kopiervorlagen im Oeuvre des Tobias Gimbel.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)