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Miniaturkabinett

27. Abteilung

Perseus und Andromeda

  • Nicola Resman (?) oder Rosman (?)
  • 1628 (?)
  • Leimfarben (?) auf Hadernkarton, auf Hadernpappe maroufliert, H.: 18,7 cm; B.: 14 cm; T.: 0,05 cm
  • hmf.Pr351
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Vor einem Felsen steht im linken Bildbereich die nackte Figur der Andromeda frontal zum Betrachter. Oben rechts stürzt sich Perseus auf dem grauweißen Pegasus mit erhobenen Säbel auf das Meeresungeheuer, das nur undeutlich am rechten Bildrand zu erkennen ist. Farbliche Akzente setzen – neben dem hellen Inkarnat Andromedas – vor allem die drei Zuschauer im Vordergrund.
In Ovids Metamorphosen wird die Geschichte der Prinzessin Andromeda, Tochter von Kepheus und Kassiopeia besonders ausführlich erzählt. Da Kassiopeia geprahlt hatte, ihre Tochter sei schöner als die Nereïden, erwirkten diese bei Poseidon, dass ein Meerungeheuer das Land bedrohte. Die Gefahr konnte laut Orakelspruch nur durch das Opfer der Prinzessin selber gebannt werden, die daraufhin vor den Augen ihrer Eltern an ein Ufer gekettet und dem schlangenartigen Ungeheuer ausgesetzt wurde. Der zufällig auf seinen geflügelten Schuhen vorbeifliegende Perseus sah die unschuldig  Gefesselte, erbat flugs von Kepheus die Hand Andromedas und tötete nach einem dramatischen Kampf das Meerwesen.
Vorlage für die Komposition ist ein Kupferstich, den Jacob  Matham 1597 nach Hendrick  Goltzius schuf. Das Querformat des Stiches, das in der gesamten linken Bildhälfte noch eine große Menschenmenge zeigt, wandelte der Kopist geschickt in ein Hochformat um. Er lässt die auf dem Felsen oberhalb Andromedas sitzenden und stehenden Menschen weg, die wie die Figuren unten rechts den kämpfenden Perseus beobachten.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)