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Miniaturkabinett

27. Abteilung

Brustbild eines bärtigen Mannes

  • Johann Georg Trautmann (1713-1796)
  • Ölhaltige Malerei auf Messing (?), H.: 12,5cm; B.: 9 cm; T.: ca. 1 mm
  • hmf.Pr604
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Das Brustbild eines alten, vollbärtigen Mannes vor gründlichen Hintergrund ist ein typisches Beispiel für jene Charakterköpfe „in Rembrand’s Manier“, also nach holländischem Vorbild, die bei zeitgenössischen Sammlern ausgesprochen beliebt waren. Der Alte trägt ein braunes, in seinen Falten nur angedeutetes Gewand, dessen Ausschnitt vor der Brust leicht bläulich aufschimmert. Ein aus weißen und rosa schimmernden Tüchern gewickelter und von grün-goldenen Bänden umwundener Turban bildet den auffallenden Kopfschmuck.
Ähnliche Charakterköpfe wurden zugleich in Berlin, Dresden, Wien und selbst in Paris von Künstlern und Dilettanten gemalt, gezeichnet und radiert, weshalb man von einer regelrechten Geschmacksmode seiner Zeit sprechen kann. Trautmann führte dieselben im mittelgroßen Format, aber auch in zahlreichen kleinformatigen Gemälden aus und zeichnete oder radiere entsprechende Motive, kam also den verschiedensten Wünschen seines Publikums nach.
Als Vergleichswerk unter den Kleinformaten kann das Brustbild eines Mannes im orientalischen Kostüm aus der Gemäldegalerie in Kasel angeführt werden, welches in Komposition, Ausgestaltung und Malweise Pr604 weitgehend gleicht; allein der Turban des Kasseler Alten erscheint reicher mit Zierbändern und einer schwarzen Feder geschmückt.
(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)