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Miniaturkabinett

27. Abteilung

Ein schlafender Windhund

  • Johann Georg Pforr (1745-1798)
  • Ölhaltige Malerei auf textilem Träger, H.: 11,6 cm; B.: 10,0 cm; T.: 0,05 cm
  • hmf.Pr617
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Auf Pr617 ist ein weißer Windhund mit großen braunen Flecken schlafend in der Nische einer Felswand dargestellt. Das an den Felsen gekettete Tier hat seinen Körper rund eingerollt und legt die spitze Schnauze auf seinen angewinkelten Hinterläufen ab. Im Hintergrund schweift der Blick auf einen Landschaftsausschnitt mit angedeuteten Bäumen unter leicht bewölktem Himmel. Die ganz auf den Hund konzentrierte, einfühlsame und lebensnahe Darstellung steht einzig unter den Tiergemälden von Johann Georg Pforr. Von diesem sind ansonsten komplexer komponierte, mehr oder weniger erzählerisch bzw. genrehaft aufgefasste Szenen mit Reitern, Jägern oder Hirten überliefert. Vergleichbar erscheinen  dagegen etliche von Pforrs nach der Natur gezeichnete Tierstudien, die vorrangig Pferde, vereinzelt jedoch auch andere Spezies wie Bären, Kühe oder Ziegen umfassen.  Demnach ist Pr617 wohl als Ölstudie zu verstehen, die eine größere Komposition vorbereiten sollte, auch wenn eine entsprechende Weiterverwendung des Hundemotivs bislang nicht nachweisbar ist. Später dann als eigenständiges Werk in den 27. Kasten des Prehnschen Miniaturkabinetts eingefügt, wäre der Windhund in Pforrs Œuvre somit das nach derzeitigem Wissen einzig überlieferte Beispiel für diese Bildgattung.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)


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