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Miniaturkabinett

21. Abteilung

Maria mit dem schlafenden Jesuskind

  • Hieronymus Wierix (1553-1619), Kopie
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 22,0 cm, B.: 16,7 cm, T.: 0,1 cm
  • hmf.Pr063
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Die Halbfigur der betenden Muttergottes erhebt sich vor neutralem, dunklem Grund über dem schlafenden Christuskind, der den nimbierten Kopf auf seinen linken Arm gelegt hat und dem Betrachter sein friedliches Gesicht zuwendet. Maria betrachtet mit leicht geneigtem Kopf und gesenkten Augenlidern ihr Kind. Die goldene Krone über ihrem weißen Schleier und der ausladende Heiligenschein kennzeichnen sie als Himmelskönigin.
Pr63 ist die handwerklich sehr feine und farblich ausgewogene Übertragung eines Kupferstiches von Hieronymus Wierix (1553–1619) in Malerei. Um 1400 taucht in der italienischen Kunst in Marienbildern das schlafende Jesuskind auf. Es verweist auf die spätere Passion des Heilands, wie die Analogie zur Darstellung der Pietà und die zumeist beigefügten Hinweise belegen. Im Prehn’schen Bild und dem als Grundlage dienenden Stich wäre dies zum einen die Schlafpose Christi (Kopf auf dem Ellenbogen, der andere Arm fällt über den Körper), die der Darstellung Toter auf Grabmonumenten entnommen ist, zum anderen die auf der Bettdecke verstreuten Blumen. Im Kupferstich sind hier eindeutig Rosen und Nelken zu identifizieren, die beide sowohl Marien- als auch Passionsblumen sind: Die Rosen werden wegen ihrer zumeist roten Farbe auf die Wunden Christi allgemein bezogen oder auf die Schale, mit der das Blut Christi aufgefangen wurde, die Nelken stehen für die Kreuznägel Christi.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)