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Miniaturkabinett

21. Abteilung

Die Sintflut

  • unbekannt, deutsch
  • 1. Hälfte 18. Jahrhundert
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 17,3 cm; B.: 23,2 cm; T.: 0,1 cm
  • hmf.Pr362
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Unter dunkelgrauen Wolken schwimmt im Zentrum des Gemäldes auf der endlosen Wasserfläche die Arche Noahs. Aufragende Felsen mit knorrigem Baum- und Strauchbewuchs rahmen das Bildfeld. Einige wenige Menschen haben sich hierher gerettet und krallen sich an Stämmen und Ästen fest. Die meisten Männer und Frauen treiben jedoch lebend oder tot in der aufgewühlten See.

Im 6. Kapitel der Genesis wird berichtet, dass Gott aufgrund der zunehmenden Schlechtigkeit und Bosheit der Menschen auf der Erde den Beschluss fasst, alle Geschöpfe zu vernichten, da es ihn reut, sie erschaffen zu haben. Nur Noah und seine Familie, die wegen ihrer Gottesfürchtigkeit vor seinen Augen Gnade finden, erhalten die genauen Anweisungen, wie sie die Arche bauen und mit Tieren bestücken sollen, um sich und diese zu retten. Die eigentliche Flut wird in Kapitel 7, Vers 10-24 beschrieben: 40 Tage lang regnete es ununterbrochen, so dass das Wasser auf der Erde über alle Berge stieg und insgesamt 150 Tage so hoch blieb. Dadurch wurden alle Menschen und Tiere vernichtet.

So nüchtern der biblische Bericht ist, so phantasievoll und dramatisch haben von Beginn an Künstler das Leid, die Angst und den Todeskampf der Menschen in dieser Situation ausgemalt. Von den personenreichen, großfigurigen Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts weicht die beinahe bieder-beschauliche Version von Pr362 ab. Hier dominiert der landschaftliche Aspekt und die skizzenhaften, kleinen Figürchen erscheinen wie pittoreskes Beiwerk.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)


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