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Miniaturkabinett

21. Abteilung

Gebirgslandschaft mit Wasserfall

  • C. H. Legel, tradierte Zuschreibung
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 17,0 cm, B.: 12,1 cm, T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr812
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden hochformatigen Bilder stellen eine südliche und eine nordisch wirkende Berggegend nach der Phantasie dar. Ihr verbindendes Element ist ein Bächlein, das in einem kleinen Wasserfall aus dem Zentrum nach vorn fließt. Auf Pr811 bahnt sich der Bach seinen Weg durch Felsmassen, die sich nach rechts etwas höher auftürmen und den Standort für einen Laubbaum bilden. Im Hintergrund schließt sich baumbestandenes Hügelland an, teilweise mit südlich anmutenden zypressen- und pinienartigen Silhouetten. Der Himmel changiert farblich meisterhaft von warmem Gelb am Horizont über Rosa zu einem kühlen Violettblau.
Pr812 zeigt hingegen in eher düsterer Lichtstimmung und bei bedecktem Himmel eine Bergkuppe im Vordergrund. Im Gegensatz zum Pendant ist Pr812 mit einem Hirten und seiner Ziege belebt.
Das Motiv der nahsichtigen Wasserfälle als hochformatiger, intimer Landschaftsausschnitt wie wir ihn auf Pr811 sehen, findet sich häufiger in Legels Oeuvre, sowohl unter den Zeichnungen, als auch in seiner Druckgraphik. Auch unter den nur schriftlich überlieferten Werken des Künstlers lassen sich ähnliche Motive ausmachen. Das Thema der südlichen Landschaft, wie es in Pr811 anklingt, wäre mit einem Eintrag im Auftragsbuch der Familie Morgenstern belegt, das ein restauriertes Gemälde wie folgt beschreibt: „Legel. Ital: Landsch: mit Waßer. Im Vorgrund großer Baum, dabey einige ruhende weibl. Figuren. Mittelgrund Berg mit Tempel und Pinien“. Letztendlich lässt sich allerdings aufgrund des Fehlens sicher zugeschriebener erhaltener Bilder eine Zuweisung an Legel mit allerletzter Sicherheit nicht machen.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)