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Miniaturkabinett

21. Abteilung

Die Verleugnung Petri

  • Johann Conrad Seekatz (1719-1768)
  • wohl um 1760/62
  • Ölhaltige Malerei auf Leinwand, H.: 21,8 cm; B.: 16,3 cm
  • hmf.Pr432
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Nach seiner Gefangennahme wurde Jesus vom Hohen Rat der Priesterschaft verhört und zum Tode verurteilt. Petrus wärmte sich zur gleichen Zeit im Vorhof des Palastes am Feuer. Dabei erkannte ihn eine Magd als Jünger, er verleugnete jedoch entsprechend der Prophezeiung Jesu dreimal seine Gefolgschaft.

In der sehr dunkeltonigen Nachtszene Pr432 ist der Palast der Hohepriester als mächtiger Gebäudeblock im Hintergrund links zu erkennen. Im Vorhof wärmen sich drei Wachsoldaten am offenen Feuer, und vor dem Tor sitzt links die Magd, deren Gesicht im Profil vor dem hellen Feuerschein steht. Rechts davon, genau im Durchgang, verharrt Petrus in Schrittstellung. Er führt seine linke Hand zur Stirn, während sein rechter Arm wie in Abwehrhaltung zur Magd ausgestreckt ist – eine Körperhaltung, die in treffender Weise das Gefühl von Zerrissenheit und Unentschlossenheit vermittelt.

Von Johann Conrad Seekatz ist eine ganze Reihe von Darstellungen zur Geschichte Petri bekannt, darunter mehrere Fassungen der Verleugnung Petri. Bei Pr432 dürften sich Einflüsse von Philipp Hieronymus Brinckmann, von Adam Elsheimer, aber wohl auch eine Auseinandersetzung mit der Malerei der so genannten Utrechter Carravagisten manifestieren. Gerade die letzteren stellten das Thema der Verleugnung Petri vielfach dar, wenngleich in der Regel als Halbfiguren-Komposition.

(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)