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Miniaturkabinett

14. Abteilung

Waldgegend mit hölzernem Steg und Baumstumpf

  • Friedrich Christoph Hirt (?) (1685-1763) nach Roelant Savery
  • Ölhaltige Malerei auf Laubholz, H.: 10,5 cm; B.: 14,8 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr128
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Die rechte Bildhälfte des Landschaftsgemäldes wird von einem dichten, dunklen Wald eingenommen. Nach links öffnet sich der Blick auf eine Lichtung vor dem baumbestandenen Horizont. Vom rechten Vordergrund führt ein Weg am Waldrand entlang in die Tiefe und überbrückt einen Bach mit einem hölzernen Steg. Durch die zentrale Lage in der Komposition und durch das dramatische Sonnenlicht wird der Steg samt dem neben ihm befindlichen Baumstumpf zum beherrschenden Bildmotiv erhoben. Auch ein Baumstamm weiter vorn wird noch vom starken Lichtschein getroffen und lenkt den Blick auf den Reiter und einen rastenden Wanderer.
Das Bildchen geht auf einen Kupferstich von Aegidius Sadeler (?) nach Roelant Savery zurück. Der Kopist von Pr128 setzte die im Stich vorgegebenen Licht- Schatten-Verteilungen sehr viel gekonnter und ausgeprägter um und verstärkte dadurch sogar noch die bedrohliche Gewitteratmosphäre. Er verzichtete zudem auf das manieristische Motiv der gedoppelten Baumstümpfe und änderte die Staffage ab: Aus dem einen Eseltreiber anbettelnden Mann sind – etwas beschaulicher – ein Reiter und ein rastender Wanderer mit Kiepe geworden.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)