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Miniaturkabinett

14. Abteilung

Eine Mühle am Berg in Abendbeleuchtung

  • Peter von Bemmel (1685-1754)
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 10,3 cm; B.: 13,7 cm; T.: 0,14 cm
  • hmf.Pr444
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Unter rosa gefärbten Wolken, die sich vor einem kräftigen blauen Himmel auftürmen, breitet sich eine schneebedeckte Winterlandschaft am Morgen aus. Auf einem Weg sind sich zwei Reisende begegnet und haben an einer Wegsäule mit Bänkchen halt für einen Plausch gemacht. Im Hintergrund liegt eine größere Häuseransammlung mit Kirchlein, nach rechts steigen ebenfalls besiedelte Berge an, deren verschneite Hänge von der Sonne mit dem gleichen kühlen Rosaton angestrahlt werden wie die Wolken. Das enorm detailreiche Bildchen zeichnet sich durch eine spannungsreiche Licht-Schatten-Verteilung und seine überzeugende atmosphärische Wirkung aus, die durch die kühlen Farbklänge von Rosa, Blau, zartem Grün und Weiß hervorgerufen wird. Als gewissermaßen doppeltes Gegenstück zu Pr443 beschreibt Pr444 eine abendliche Sommerlandschaft, die in das warme gelbe Licht der schon tief am Horizont im Bildzentrum stehenden Sonne getaucht ist. Am Fuße des dicht mit Laub- und Nadelbäumen bewachsenen Hügels liegt in der rechten Ecke des Bildes ein einfaches Fachwerkhaus mit Mühlrad an einem Gewässer. Auf dem Weg passiert ein Mann mit seinem bepackten Esel das Gebäude.
Thematisch fügt sich die mit „P. v. Bemel“ signierte Winterlandschaft nahtlos in das Oeuvre von Peter von Bemmel ein, der bereits zu Lebzeiten für seine Winterdarstellungen bekannt war. Von den fünf derzeit für Peter von Bemmel in Anspruch genommenen Gemälden im Prehn’schen Kabinett zeigt sich die größte Übereinstimmung zwischen Pr443, Pr444 und Pr766, die allesamt mit sicherer Pinselführung in lockerer Weise nass in nass ausgeführt wurden.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)