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Miniaturkabinett

24. Abteilung

Südliches Seegestade

  • Jan de Momper (ca. 1617-1687)
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 11,9 cm; B.: 16,4 cm; T.: 0,08 cm
  • hmf.Pr023
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die südlichen Phantasielandschaften zeigen hinter einer Uferzone ein Seegestade (Pr23) und einen Flusslauf (Pr24). Auf ersterem holen am Meeresufer zwei Fischer ihre Netze ein, während auf dem Wasser Segelboote fahren und aus einem Ruderboot geangelt wird. Fast auf der Mittelachse erhebt sich eine überwucherte Turmruine, im Hintergrund schließt das Gemälde durch ein bergiges Ufer mit golden angestrahlten Gebäuden ab. Im Gegenstück finden wir den markanten ruinösen Turm entfernt vor dem jenseitigen Ufer. Hier rahmen ein toter knorriger Baumstumpf links und ein Felsvorsprung mit einem über das Wasser ragenden Baum das Bildfeld.

Beide Landschaften sind Arbeiten des immer noch wenig bekannten flämischen Malers Jan de Momper. Seine äußerst ausgeprägte Handschrift ist in den Prehn’schen Bildern eindeutig zu erkennen: Mit einer groben und bizarren Pinselführung umreist der Künstler Körperformen, Gesichter und Tiere, wobei er alle Formen in Farbschlingen- und schlieren auflöst.  Mit der hellen und sonnig-freundlichen Farbgebung ähneln die beiden Gemälde einer lichten „Südlichen Landschaft mit zwei Fischern am Ufer eines Flusses“  von Moper. Diese zeigt den offensichtlich typischen Aufbau der kleinformatigen Werke des flämischen Künstlers: Auf einer bildparallelen Erdzone im Vordergrund gehen, sitzen oder arbeiten skizzenhaft erfasste Personen; dahinter liegt eine weitere Landschaftszone, die nach hinten durch Berge abgeschlossen wird; dieser waagerechte Grundaufbau wird von markanten, senkrechten Elementen wie Türmen oder Säulen durchbrochen. Eines der beliebtesten Motive scheint dabei die schlanke, umrankte Turmruine im Wasser bzw. am Strand zu sein, wie wir sie nicht nur auf Pr23 sondern ganz vergleichbar auf vielen Kompositionen finden.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)