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Miniaturkabinett

4. Abteilung

Der hl. Franziskus

  • unbekannt, Kopie nach Jacques Callot (1592-1635)
  • zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts
  • Ölhaltige Malerei auf Kupfer, H.: 14,3 cm; B.:10,8 cm; T.: 0,1 cm
  • hmf.Pr049
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Das Bildchen zeigt den Hl. Franz von Assisi vor einem roten Untergrund mit goldener Ornamentarkartusche, der frontal zum Betrachter blickt und in dunklem Ordenshabit wiedergegeben ist. Während seine rechte Hand im Segensgestus zu sehen ist, hält er in der linken ein rotes Buch; sowohl an der Handinnenfläche als auch am Handrücken sind die Leidensmale Jesu als blutige Wunden zu sehen.
Mit seinen flammenden Predigten, die eine tiefgreifende religiöse Erneuerungsbeweung hervorriefen, wurde der 1181 in Assisi als Giovanni Bernardone geborene Franz von Assisi zum größten Reformator der Kirche im Mittelalter. Ursprünglich aus reichen Hause stammend, verpflichtet er sich nach Inspirationen in Gebet und Visionen 1205/06 zu größter Armut, hilfreichen Taten und der Verkündigung des Wortes.
In der Bildtradition werden die asketischen Züge des Heiligen hervorgehoben und er weist in den meisten Fällen die Wundmahle auf. Das Buch ist ihm als Zeichen seines Apostolats beigegeben, doch fehlt in der Prehn’schen Darstellung als eigentlich wichtigstes Attribut der Kruzifixus.
Diese Darstellung des Hl. Franziskus geht auf die Radierung von Jacques Callot aus der Zeit um 1627 zurück. Das mit „Vera SS. Francisci effigies“ unterschriebene Blatt zeigt den Heiligen in einer minimal stärkeren Drehung gegen links und mit Schnurr- und Kinnbart. Zudem ist die Kapuze, deren oberer Zipfel am Hinterkopf leicht absteht, fest mit der Kutte verbunden und nicht wie in Pr49 als Mozzetta von diesem Kleiderstück getrennt angebracht.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)