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Miniaturkabinett

26. Abteilung

Eingang in ein Städtchen

  • Tobias Gimbel, tradierte Zuschreibung
  • 18. Jahrhundert
  • Ölhaltige Malerei auf Elfenbein, H.: 8,5 cm; B.: 11,3 cm; T.: max. 0,4 cm
  • hmf.Pr623
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden beschaulichen Landschaftsbildchen sind als tageszeitliche Gegenstücke konzipiert: Pr623 zeigt ein hinter einer ruinösen Stadtmauer liegendes Städtchen im zarten Morgenrot, Pr624 ein Dorf bei Mondschein. Auf ersterem führt ein breiter Weg vom zentralen Stadttor aus über eine Brücke. Hier bewegen sich vier Personen: Ein brauner Hund läuft einem Reiter voraus, ein mit schweren Lasten bepacktes Paar wandert dahinter und begegnet auf der Brücke einem Schnitter, der seine langen Sensen und einen Rucksack geschultert hat. Den Vordergrund des Gegenstücks nimmt ein See oder Flüsschen ein. Bildparallel am unteren Rand ist ein Kahn zu sehen mit dem ein Herr und eine Frau übersetzen. Ein weiterer Mann steht in der Nähe des Holztores vor dem Dorf.

Die beiden nach der Phantasie komponierten Dorf- bzw. Stadtansichten Pr623 und Pr624 stehen noch ganz in der Tradition der hollandisierenden Landschaftsmalerei, wie sie im 18. Jahrhundert – nicht nur in der Frankfurter Malerei – vorherrschend war.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)