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Miniaturkabinett

23. Abteilung

Eine Flussgegend mit Jagdpartie

  • Christian Friedrich Karl Kleemann (tradierte Zuschreibung) oder Johann Wolfgang Kleemann (?)
  • Ölhaltige Malerei auf Laubholz, H.: 9,3 cm; B.: 13,9 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr847b
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden Landschaften mit herrschaftlichen Jagdszenen sind mit lockerem, skizzenhaftem Pinsel und satten, kräftigen Farben erfasst. Auf Pr847a knien im linken Vordergrund drei höfische Jäger – alle gleich gekleidet in hellblaue Just-au-corps‘, weiße Strümpfe und schwarze Dreispitze – um einen erlegten Hirsch. Vom jenseitigen rechten Ufer kommen aus dem Mittelgrund ein Reiter mit Begleiter und Hund herbei. Auf Pr847b hat ein Edelmann in dunkelblauem Just-au-Corps an der gleichen Stelle übergesetzt. Er spricht soeben einen Jäger in gelbem Oberteil und roter Hose an, der es sich mit seinem Hund am Boden gemütlich gemacht hat. Zwei gesattelte Pferde warten links unter den Bäumen.

Die beiden flott gemalten Jagdszenen wurden von Johann David Passavant 1842, der rückseitigen Beschriftung durch E. F. C. Prehn folgend, Christian Friedrich Carl Kleemann (1735–1789) zugeschrieben. Christian Friedrich Carl Kleemann war der berühmteste der fünf malenden Kleemann-Brüder. Er hatte sich zunächst mit Porträts und dann ab den 1760er Jahren mit illustrierten zoologischen Traktaten einen Namen gemacht. Ob der hier genannte C. F. C. Kleemann tatsächlich der Künstler der beiden Prehn’schen Gemälde ist oder ob seine Brüder an den Bildern beteiligt waren, bleibt fraglich. Möglicherweise fußt die tradierte Künstlernennung „Kleemann“ tatsächlich noch auf älterem Wissen, wurde aber im Laufe der Zeit mit dem Vornamen des berühmtesten Vertreters dieses Namens versehen.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)