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Miniaturkabinett

16. Abteilung

Meeres- oder Flussgott mit Dreizack (Neptun?)

  • unbekannt, flämisch
  • 17. Jahrhundert
  • Ölhaltige Malerei auf Eichenholz, H.: 16 cm; B.: 11,6 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr234
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

Die beiden Kniestücke sitzender Flussgötter sind einander ergänzend komponiert. Jeweils von blauem Himmel und Wasser umgeben, ist der ältere Mann auf Pr234 mit einem langem Vollbart und einem roten Umhang im Profil gegeben. Der Dreizack in der rechten Armbeuge und das Gefäß unter seiner linken Hand, aus dem Wasser fließt, identifizieren ihn eindeutig als einen Flussgott, gegebenenfalls sogar als den Meeresgott Neptun. Sein Gegenüber (Pr235) füllt gleichfalls den ganzen Bildraum und ist ebenso nur leicht bekleidet – in diesem Fall mit einem gelben Tuch. Der jugendlichere Mann mit lockigem blondem Haar ist allerdings in einer dynamischeren Pose festgehalten. In der erhobenen Hand hält er hier ein Muschelhorn (?), während er in der anderen einen Stab aufstützt, dessen oberer Abschluss schwer zu deuten ist. Die Identifizierung des jüngeren Mannes von Pr235 als Triton wäre aufgrund der Attribute möglich, ist aber nicht zwingend. Der Sohn von Poseidon und Amphitrite – ebenso wie die allgemein als Tritonen bezeichneten Meereswesen – wird gemeinhin mit einem Fisch-Unterkörper dargestellt. Die beiden qualitätvollen, spontan und flüssig gemalten Prehn’schen Flussgötter stehen unter dem starken Einfluss der Rubens-Modelli, wobei nicht unbedingt versucht wird, die charakteristische Technik des großen Meisters nachzuahmen. Der Versuch, die beiden Täfelchen mit einer anderen bekannten flämischen Künstlerhand aus dem Rubens-Umkreis in Verbindung zu bringen, verlief bislang nicht erfolgreich und die weitere Einordnung von Pr234 und Pr235 muss vorerst zukünftigen Forschungen vorbehalten bleiben.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)