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Miniaturkabinett

12. Abteilung

Südliche Landschaft mit Hirten und Herde

  • Nicolaes Berchem, Nachfolger
  • Ölhaltige Malerei auf Nussbaum (?), H.: 19,4 cm; B.: 27,6 cm; T.: 0,5 cm
  • hmf.Pr159
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz

In einer südlichen Landschaft treibt eine Bauernfamilie zwei Rinder durch eine flache Pfütze auf den Betrachter zu. Die Frau, die ganz links schreitet und ein Bündel unter dem Arm trägt, wendet ihren Kopf nach rechts, wo ihr Mann die Tiere vor sich hertreibt. Ein kleiner schwarz-weißer Hund folgt ihm dicht. Zwischen den Eltern stürmt ein Junge mit ausgestreckten Armen neben einem weiteren Hund auf die Pfütze zu. Rechts begrenzt ein nahsichtiger, dicht bewaldeter Hügel das Bild, nach links hin öffnet sich ein Fernblick, der zu einem Gebirgszug führt.

Die in ihrem heutigen Zustand stark übermalte Hirtenidylle soll einst die Signatur Nicolaes Berchems getragen haben, der für seine italianisierenden Landschaften geschätzt wurde. Jedoch reichen weder die flüchtig-schnelle Malerei mit dem lockeren Pinselduktus noch die pasticciohaft wirkende Komposition mit der spannungslos verteilten Staffage und dem angeschnittenen Wäldchen für eine Zuschreibung aus. Es handelt sich hier um eine Kopie oder Nachschöpfung des 18. Jahrhunderts, wobei Ersteres aufgrund der beschriebenen Mängel wohl eher unwahrscheinlich ist. Passavant will den Berchem-Nachfolger in Frankreich verorten. Tatsächlich erfreute sich Berchem hier im 18. Jahrhundert besonderer Wertschätzung und beeinflusste zahlreiche französische Künstler. Der beschriebene duftig-lockere Farbauftrag mag ihn etwa an Nicolas Henri Joseph Chevalier de Fassin (1728-1811) erinnert haben. Mit Gewissheit lässt sich aber die nachschöpfende Hand nicht genauer lokalisieren.

(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)

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