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Miniaturkabinett

10. Abteilung

Ideallandschaft

  • Johann Kaspar Huber (1752-1827)
  • vermutlich um 1772/78
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 14,6 cm; B.: 21,0 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr649
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Die Bildchen Pr648 und Pr649 zeigen zwei bewaldete Landschaften nach der Phantasie des Künstlers. Im ersteren ist ein Wasserfall dargestellt, der sich in der rechten Bildhälfte über einen Felsabsatz ergießt und als Bach zwischen Steinen nach vorne fließt. Das Pendant zeigt einen in die Ferne führenden Weg, belebt von einem Reiter und einem Figurenpaar. Im Mittelgrund ragt ein mächtiger Felsblock auf, dessen Monumentalität durch zwei abgestorbene Bäume davor noch gesteigert erscheint. Beide Gemälde sind in flüssiger, im Detail oft skizzenhafter Malerei ausgeführt. Auch die flüchtig hingetupften, in ihrer Bewegung jedoch überzeugend charakterisierten Staffagefiguren verraten die sichere Hand eines versierten Malers.
Für den aus der Schweiz kommenden Johann Kaspar Huber waren derartige Landschaftsdarstellungen sicher ein Aushängeschild seiner künstlerischen Fähigkeiten. Motivik, Ausgestaltung und Stil lassen in den beiden Arbeiten den Einfluss von Hubers Lehrmeister Johann Heinrich Wüest (1741–1824) erkennen, der ab 1769 nach längeren Reisen wieder in Zürich wirkte und dort ähnliche Landschaften nach „holländischem Geschmack“ als Raumdekorationen entwarf und ausführte.
(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)