Miniaturkabinett
10. Abteilung


Der tote Adonis
- Marianne Kürzinger
- um 1790 (?)
- Ölhaltige Malerei auf Leinwand, H.: ca. 22,0 cm; B.: ca. 15,0 cm
- hmf.Pr732
- hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Das Bildchen zeigt die Figur des sterbenden Adonis, die sich hell gegen die dunkle Umgebung abhebt. Vom Fuß des Felsens im Rücken abgestützt, nimmt er in diagonaler Stellung die ganze Bildbreite ein. Das weite, gegürtete Gewand aus blau-rot changierendem Stoff und weißem Unterkleid ist über der muskulösen Brust geöffnet und zeigt eine blutende Wunde an der Hüfte. Am Boden neben dem Jüngling liegen Speer und Jagdhorn.
Aus dem seit der Barockzeit sehr häufig verbildlichten Adonis-Mythos der ovidischen Verwandlungen gehört neben der bewegten Abschiedsszene, in der Venus ihren Geliebten von der Jagd zurückhalten möchte, die Klage der Göttin um den sterbenden Geliebten zu den beliebtesten Szenen. Ikonographisch äußerst ungewöhnlich in der Gattung Malerei ist die in Pr732 vorgenommene Reduzierung allein auf den sterbenden Adonis. Sowohl der Eber als auch die Jagdhunde haben den Schauplatz schon wieder verlassen, Venus ist hingegen noch nicht eingetroffen.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)
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