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Miniaturkabinett

30. Abteilung

Winterlandschaft (Winter)

  • Christian Georg Schütz der Ältere (1718-1791), Werkstatt
  • Ölhaltige Malerei auf Eiche, H.: 14,7 cm; B.: 26,4 cm; T.: 0,7 cm
  • hmf.Pr736
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Die Vier Jahreszeiten sind durch Landschaften verschiedener Art und Stimmung dargestellt. So repräsentiert in Pr801 ein Blühender Garten vor Landschaftshintergrund mit Kirche, Wartturm auf hohem Hügel und entfernten Bergeshöhen den Frühling. Pr832 zeigt für den Sommer die Kornernte unter leicht bewölktem Sommerhimmel. Heiter gestimmt mutet sodann die Weinlese in Pr802 an: Ein großes Tor mit Steinpfosten und offenem Gitter in der Bildmitte, und darin noch einmal ein kleiner Zaun frieden den großen, hügeligen Wingert rechts ein. Pr736 zeigt schließlich eine ruhige, verschneite und vereiste Winterlandschaft unter blau-grau-rosa changierendem, kalt-trübem Himmel.
Zur Variation seiner idealen Landschaftskompositionen nutzte Christian Georg Schütz der Ältere vielfach mannigfaltige Farb- und Lichtstimmungen, etwa durch die Gegenüberstellung verschiedener Tageszeiten samt darauf abgestimmter Staffage. Komplette Gemäldefolgen der vier Tages- oder Jahreszeiten, die zu seiner Zeit u. a. auch als Raumausstattung ausgesprochen beliebt waren, sind von Schütz hingegen nur durch wenige Auktionskatalog-Einträge sowie in vereinzelten Gemälden überliefert. Somit ist die Folge der vier Jahreszeiten aus Prehns Besitz das einzig bislang bekannte Beispiel für einen solchen, kompletten Zyklus. Einer seit dem hohen Mittelalter ausgebildeten Ikonographie folgend, stehen in dem Zyklus Tätigkeiten aus Landwirtschaft und Gartenbau für den Jahresrhythmus der Natur von Frühling bis Herbst, während der Winter insbesondere durch seine Witterung charakterisiert wird. Alle vier Bildchen sind in bewegt und locker gesetzten Pinselzügen ausgeführt. Ihre Malweise weicht somit von den Werken des älteren Schütz deutlich ab. Die Folge stammt demnach von einem Künstler aus der Werkstatt des älteren Schütz, der namentlich jedoch nicht bekannt ist.
(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)