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Miniaturkabinett

7. Abteilung

Flusslandschaft mit Hirte und Vieh

  • Johann Wilhelm Becker (1744-1782)
  • Ölhaltige Malerei auf Nadelholz, H.: 15,5 cm; B.: 20 cm; T.: 0,5 cm
  • hmf.Pr619
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Becker zeigt hier zwei ideale Flusslandschaften, die im Vordergrund von einer Viehherde bestimmt sind und im Mittelgrund von einem kleinen Wäldchen sowie von breiten Schlaufen eines Flusses. Im Hintergrund erkennt man im Dunst hängende Uferauen und Berg- bzw. Hügelketten. Beide Bilder weisen eine dunkeltonige Farbgebung in reich nuancierte Grün- und Brauntönen auf, die lebhaft mit dem hellen Blau des Flusses, der fernen Bergzüge und des Himmels sowie den aufleuchtenden Lichtflecken im Vordergrund kontrastieren. In diesem Kolorit klingt zugleich die klassische Farbperspektive nach, und auch die Rahmung des Vordergrundes durch ein dunkles Repoussiormotiv – hier jeweils einen kleinen, steinigen Hügel mit abgestorbenem Baumstamm und hohem Bäumchen bzw. verschiedenen Pflanzen – orientiert sich vollkommen an den im 18. Jahrhundert gängigen Konventionen einer Landschaftsmalerei nach niederländischen Vorbildern.
Viele Landschaftskompositionen von Johann Wilhelm Becker, dem die beiden besprochenen Gemälde seit ihrer ersten Erwähnung 1829 durchgehend zugewiesen wurden, sind dementsprechend in Auktionskatalogen seiner Zeit mit der Beschreibung „in niederländischer Manier“ versehen worden oder wurden direkt mit niederländischen Landschaftsmalern wie Cornelis Huysmans (1648–1727) oder Jan Wijnants (1632–1684) in Verbindung gebracht.
(Gerhard Kölsch, Kurzfassung: Sina Bergmann)

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