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Miniaturkabinett

17. Abteilung

Ceres (Sommer)

  • Gérard de Lairesse (1640-1711), Kopie
  • 18. Jahrhundert
  • Ölhaltige Malerei auf Nadelholz, H.: 10,3 cm; B.: 13,8 cm; T.: 0,8 cm
  • hmf.Pr282
  • hmf, Foto: Horst Ziegenfusz
Der Reigen der vier Jahreszeiten wird in Pr281–Pr284 durch vier auf Wolken thronende Götter verbildlicht. Den Frühling charakterisiert Flora, leicht bekleidet in hellen, eher kühlen Farben. Ein nackter Putto schwebt mit einem breiten flachen Korb voll Blumen von links heran, während weitere bunte Blüten als Bukett zu Füßen der Göttin liegen. In warmen Farben ist Ceres als Personifikation des Sommers gehalten mit ihrem Rock in sattem Gelb und dem roten Mieder. In den ausgebreiteten Händen hält sie eine Fackel und eine Sichel. Bacchus, der Gott des Weines, steht für den Herbst. Das sich neigende Jahr wird durch einen dunkleren und von Abendrot überfluteten Himmel parallelisiert. Der ein von Äpfeln, Trauben und Weinranken überquellendes Füllhorn heranschleppende Putto wird von einem leuchtend roten Tuch umweht. Vor kühlen dunkel-blau-grauen Wolken sitzt schließlich der Windgott Aeolus auf seiner Wolke. Eine Böe bauscht seinen weiten blauen Mantel und als Zepter reckt er einen kahlen Zweig in die Höhe.
Kombiniert werden die Jahreszeiten in Pr281-284 durch die vier klassischen Tageszeiten Morgen,  Mittag, Abend, Nacht, die in Licht und Atmosphäre angedeutet erscheinen. Die Verbindung von Jahres- und Tageszeiten geht dabei schon auf antike Vorstellungen zurück, wobei bis in die Neuzeit die Tageszeiten in der Regel durch Personifikationen verbildlicht werden. Erst seit der Mitte des 17. Jahrhunderts – mit den Landschaftszyklen von Claude Lorrain (1600–1682) und Nicolas Poussin (1594–1665)  – drücken auch Naturschilderungen die Stufen des Tages aus.
Als Vorlage dienten dem Künstler der Prehn’schen Bilder vier Radierungen mit den Jahreszeiten von Gerard de Lairesse, die wohl um 1675 entstanden. Sie geben (mit geringen Veränderungen) vier heute verschollene Deckenplafonds wieder, die einst einen Triumph des Mars umgaben. Die Seitenverkehrung belegt dabei, dass die Prehn’schen Bilder nicht nach diesen gemalten Originalen sondern nach den  Stichen gearbeitet wurden.
(Julia Ellinghaus, Kurzfassung: Sina Bergmann)

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